Ferdinand Kriwet (*1942) war ein bedeutender Vertreter der visuellen und konkreten Poesie, außerdem Maler, Bildhauer, Hörspielautor und Musiker. Die erste Arbeit des deutschen Künstlers, die Bekanntheit erlangte, war das Buch Rotor, das er 1961 als "Rundschreiben" herausbrachte, das weder Anfang noch Ende besitzt und an jeder Stelle begonnen und beendet werden kann. Er begann, Radioarbeiten zu schreiben und seiner Poesie eine visuelle Komponente hinzuzufügen: er begriff die Sprache nicht nur als Wort, sondern auch als Bild und schuf seine "Sehtexte" als Verbindung von Text und Grafik außerhalb des Buchs, auf wandhängenden Drucken und Plakaten. Er schuf Textfilme und Audio-Collagen aus Medienbildern und Sample sowie theoretische Aufarbeitungen seiner Werke, die wiederum Grundlage für neue Arbeiten waren. Die Werke wirken als Analyse der damals aufkommenden Massenmedien mit ihrem ständigen Fluss an Informationen und Bildern, sie prüfen deren Einfluss auf die Menschen, die mit Reizüberflutung und der Veränderung ihrer Sehgewohnheiten konfrontiert waren. Wandgemälde und Lichtarbeiten gehören ebenso zu seinen Oevre wie Kunst-am-Bau Projekte.

Krivet war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes, stellte international aus und wurde vielfach für sein Werk geehrt. 

PS

Werke zum Hören