Die Edition S Press war ein Verlag für experimentelle Literatur, Konkrete Poesie, Beat Poetry und Poetry Performance, der sich von 1970 bis 2005 der akustischen Kunst widmete. Mit der Herausgabe von Tonbändern, Audio-Kassetten, Video-Kassetten und Medienpaketen schlug er neue Wege bei der Veröffentlichung von Künstlerpublikationen ein. Als Kassettenverlag war die Edition S Press Teil einer Low-Budget- und Do-it-yourself-Verlagskultur.
Schwerpunkte der über 80 S Press Editionen bilden Werkkomplexe von Künstler*innen aus Europa, den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion. Die meisten entstanden in der Zeit des Kalten Krieges, als sich die Mächte konfrontativ gegenüberstanden und Krieg in der Luft lag. Wie unter einem Brennglas erzählt die Geschichte des Verlages eine Geschichte von Widerstand und subversiven Strategien in poetischen und radikalen akustischen Arbeiten. Angesichts des weltweiten Erstarkens autoritärer Regime gewinnt das Verlagsprogramm heute – im Sinne einer Poesie des Widerstands – eine aktuelle politische Brisanz.
Diese Online-Präsentation gibt einen Überblick über die Geschichte der Edition S Press und zeigt, wie ein westdeutscher Klein- oder Independent Verlag international Kunstgeschichte mitgeschrieben hat. Eine große Auswahl der veröffentlichten Editionen wird hier vollständig online zugänglich gemacht.
Das Online-Angebot erscheint ergänzend zur Ausstellung Edition S Press. Gedichte, die man hören muss im Zentrum für Künstlerpublikationen in der Weserburg Museum für moderne Kunst vom 12. September 2026 bis 25. September 2027.

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Die digitale Zugänglichmachung ausgewählter Klangwerke entsteht in Kooperation des Forschungsverbunds Künstlerpublikationen mit der Weserburg Museum für moderne Kunst.

