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das gras wies wächst (1969)

Franz Mon

Franz Mon

Ti­tel des Albums: Das Gras wies wächst (Hörspiel)
Ti­tel: - (Seite 02)
La­bel: Deutsche Grammophon / Luchterhand, Germany
Da­tum: 1969
Me­di­um: re­cord 30 cm

 

das gras wies wächst ist ein Hörspiel von Franz Mon, das 1969 vom Saarländischen Rundfunk, Bayerischen Rundfunk und Westdeutschen Rundfunk produziert wurde.  

Obwohl es sich eher um eine musikalische Komposition mit rhythmischen und melodischen Abläufen handelt, ist das Hörspiel ein reines Sprachstück.

Unter dem Titel Das Neue Hörspiel setzt sich durch schrieb Heinrich Vornweg über das gras wies wächst unter anderem in der Süddeutschen Zeitung vom 2. April 1970:
„Dieses Hörspiel, das die Stereophonie bewusst voraussetzt und die räumliche Akustik als ein – so Mon selbst – 'syntaktisches Mittel zur Ordnung von Hörereignissen' versteht, bildet keine Handlung, keinen Vorgang mehr ab, der auch außerhalb der hörbaren Sprache vorhanden sein könnte, sondern lässt Lautelemente selbst als Subjekte in Aktion treten. Die Collage, die so entsteht, ist jedoch keineswegs ein bezugsloses Mobile, sondern sie artikuliert mit großer Eindringlichkeit materiale Zonen in der Sprache. Mons Collage (vom Autor selbst realisiert) ist auch ein autonomes Hörereignis von ganz erstaunlichem Format, ein sozusagen musikalisches Gebilde von äußerster Originalität und Perfektion, hergestellt aus Sprachstücken. Seine materiale Relevanz steht gewiss außer Zweifel, aber zugleich kippt sie um in die pur ästhetische Dimension – eine Collage so spannungsreich und ausgewogen, so kontrovers und einheitlich, so überraschend und einleuchtend, dass sie wie ein Objekt fremdartiger Vollkommenheit im Raum schwebt. Ein Experiment, das unmittelbar die Dimension der Klassizität erreicht.“

ATJ