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Veranstaltungen

Symposium des Forschungsverbund Künstlerpublikationen

Artists’ Publications – A Critical Approach to Historical and Contemporary Formats of Artistic Publishing

28. und 29. Juni 2024: Zentrum für Künstlerpublikationen in der Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Forschungsverbunds Künstlerpublikationen und des Zentrums für Künstlerpublikationen in der Weserburg Museum für moderne Kunst in Bremen sind Nachwuchswissenschaftler*innen eingeladen, ihre aktuellen Forschungsansätze zum künstlerischen Publizieren vorzustellen, um das internationale Netzwerk der Forscher*innen, die sich diesem künstlerischen Format widmen, zu stärken. Die Beiträge werden sich auf Künstler*innenpublikationen aus verschiedenen Ländern und akademischen Perspektiven konzentrieren, mit besonderem Augenmerk auf die Arbeit von Künstlerinnen.

Künstlerpublikationen - wie Bücher, Flugblätter, Zeitschriften, Multiples, Plakate, Radiokunst und Schallplatten - werden seit jeher mit alternativen Produktionsformen assoziiert, denen oft ein kritisches Potenzial innewohnt. Dies zeigt sich in den zahlreichen Beiträgen des Symposiums, die sich mit der subversiven Kraft und der Widerstandsfähigkeit dieser meist kleinen Kunstwerke befassen: partizipative und kollaborative Formate, die in den meisten Fällen unabhängig von etablierten Institutionen verbreitet werden.

Im Rahmen der Mail Art beispielsweise nutzten die Künstler das Postsystem als Grundlage für den Aufbau eines Netzwerks für ihre künstlerische Kommunikation. Für viele Künstler, die in totalitären Systemen lebten, war die Mail Art eine Möglichkeit, durch den Austausch ihrer Kunstwerke weltweit Kontakte zu knüpfen. Für ihre künstlerische Korrespondenz nutzten sie alle Medien, die per Post verschickt werden konnten. Diese verteilten Kunstwerke stellen neue Formen des ästhetischen Ausdrucks und der Vernetzung dar und fordern damit die traditionellen Kanäle und Formate für die Produktion und Rezeption von Kunst heraus.

Indem sie sich auf unkonventionelle Weise an unterschiedliche Publikumsschichten wenden, reflektieren die Künstlerpublikationen gängige Wahrnehmungsweisen sowie die dominanten Mechanismen des Kunstmarktes. Es ist das Experimentierfeld, auf das sich die Künstlerinnen und Künstler (un)freiwillig konzentrieren und sich damit gegenüber dem etablierten Kunstsystem positionieren: Es ist das „Aussteigen“, das „Denken“ und das „Schreiben jenseits des Sinns“, das zu einem „revolutionären Akt“ wird. Ihre künstlerische Antwort auf ein androzentrisches System im Allgemeinen oder auf ein totalitäres Regime im Besonderen wird zu einer Frage der Macht.

Ziel des Symposiums ist es, über die offenen Formen und die Ästhetik des künstlerischen Publizierens nachzudenken, wobei der Schwerpunkt auf spezifischen Aspekten des Arbeitsprozesses und der Vertriebsstrategien der individuellen und kollaborativen Kunstproduktion liegt.

Welche Medien, Materialität und welches Format werden aus welchen Gründen gewählt?Welche Rolle spielt der mögliche aktive Rezipient und wie konstituieren Notizen, Postkarten, Bücher, Zeitschriften oder Kataloge soziale und/oder politische Relevanz? Die Konzentration auf Werke aus der „Randzone“ der Kunstgeschichte weist auf die vielen Forschungslücken hin und zeigt gleichzeitig das Potenzial für weitere Untersuchungen auf.

 

Weserburg Blick in die Bestände des Zentrums für Künstlerpublikationen

In englischer Sprache

28.06.2024, Einlass ab 13:30, Beginn: 14:00 Uhr

29.06.2024, Einlass ab 09:15, Beginn: 09:45 Uhr

Anmeldung unter folgende E-Mail-Adresse: [Bitte aktivieren Sie Javascript], Kontakt: Lia Brinkmann (Forschungsverbund Künstlerpublikationen, Bremen)

Veranstaltungsort: Hans-Otte-Klang-Haus, Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen

Keinen Eintritt

 

Konzeption und Organisation: Kathrin Barutzki (Forschungsverbund Künstlerpublikationen, Bremen) und Franziska Rauh (Universität Bremen), Moderation: Amelie Ochs (Mariann Steegmann Institut. Kunst & Gender, Bremen), Koordination: Lia Brinkmann (Forschungsverbund Künstlerpublikationen, Bremen)

 

Programme

Friday, June 28th, 2024

2 pm Welcome

Janneke de Vries (Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen)

Anne Thurmann-Jajes (Centre for Artists’ Publications, Bremen)

2.15 pm Opening Remarks

Kathrin Barutzki (Research Association Artists’ Publications, Bremen) and Franziska Rauh (University of Bremen): Artists’ Publications – A Critical Approach?

2.30 pm Presentation & Discussion

Anne-Grit Becker (Universität Siegen): Things to be Continued: Participation in the Artists’ Magazine Signals Newsbulletin

3.30 pm Presentation & Discussion

Marie Egger (FU Berlin/Universität Potsdam): Books about Important Matters? Tomasz Schulz’s COOP-Books (1979/80) in the Context of Mail Art

4.30 pm Coffee

5 pm Presentation & Discussion

Corinna Kühn (Universität Münster): “Never stop searching into the unexplored origin of Human Nature” (Wolf-Rehfeldt, 1973). Ewa Partum, Ruth Wolf-Rehfeldt and Katalin Ladik in the Mail Art Network

6 pm Presentation & Discussion

Sandra Križić Roban (Institute of Art History, Zagreb): Double, Invisible, Handmade, Experimental – Artists’ Books and Magazines from the Former Yugoslavia

 

Saturday, June 29th, 2024

9.45 am Introduction

10 am Presentation

Frida Sandström (University of Copenhagen): Dropping Out: Carla Lonzi’s and Lee Lozano’s Withdrawal from Art as Identity

10.30 am Presentation

Mela Dávila Freire (HFBK Hamburg): Thinking is a Revolutionary Act: Artists’ Publications by Marie Orensanz

11 am Talk

Francesca Valentini (ESA le75, Brussels): “Negotiating the Canon?” Responding to Frida Sandström and Mela Dávila Freire

12 pm Lunch

1.30 pm Presentation & Discussion

Regine Ehleiter (FU Berlin): Writing beyond Sense: Mirtha Dermisache’s Artist’s Publications of the 1960s and 70s

2.30 pm Presentation & Discussion

Ludmila Britto (Federal University of Bahia): Paulo Bruscky, Artists Books and Publications in Latin America: Some Considerations

3.30 pm Coffee

4 pm Presentation & Discussion

Marie van Bömmel (HU Berlin): Women Artists Publishing Women Artists: The Catalog Künstlerinnen international 1877–1977 as an Artists’ Book

5 pm Closing Remarks

hier kann das Programm heruntergeladen werden.
Forschungsverbund Künstlerpublikationen

Ein Projekt des Forschungsverbund Künstlerpublikationen in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Künstlerpublikationen am Museum für moderne Kunst Weserburg, dem IKFK. Institut für Kunstgeschichte - Filmwissenschaft - Kunstpädagogik und dem Mariann-Steegmann-Institut. Kunst & Gender an der Universität Bremen.

Weserburg Museum für moderne Kunst
Institut für Kunstwissenschaft, Filmwissenschaft und Kunstpädagogik
Mariann-Steegmann-Institut. Kunst & Gender.