Aufschlagen. Weiterdenken. Künstler*innenpublikationen erforschen: Zugänge zwischen Objekt, Theorie, Geschichte und ästhetischer Praxis

Im Mittelpunkt der Tagung des Forschungsverbunds Künstlerpublikationen stehen ausgewählte Objekte aus den Sammlungen des Bremer Zentrums für Künstlerpublikationen in der Weserburg Museum für moderne Kunst und der Forschungsstelle Osteuropa. Ausgehend von diesem reichen, zum Teil wenig bekannten Materialfundus bringt sie kunstwissenschaftliche Forschung und praxisästhetische Reflexion in einen Dialog. Welche Erfahrungen ermöglichen Künstler*innenpublikationen beim Aufschlagen, Durchblättern und Weiterdenken? Welches Wissen bringen sie hervor und welche Handlungen regen sie an? Spätestens seit den 1960er Jahren haben Künstler*innenpublikationen jenseits kommerzieller Verlage alternative Räume für die Kunst geschaffen und neue Zugänge zu ihr eröffnet. Die Tagung untersucht, wie diese Zugänge durch sichtbare und unsichtbare Produktions-, Distributions- und Rezeptionsbedingungen geprägt werden und sich im Kontext gesellschaftlicher und technologischer Transformationen wandeln. Die Veranstaltung findet hybrid statt. Ausgewählte Objekte werden vor Ort präsentiert.
Teilnahme
Bitte melden Sie sich bis zum 3. Juni 2026 unter [Bitte aktivieren Sie Javascript] an, wenn Sie teilnehmen möchten.
Konzept und Organisation:
Dr. Anne-Grit Becker in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ursula Frohne,
Prof. Heike Kati Barath und Prof. Katrin von Maltzahn
Beteiligte Institutionen:
Forschungsverbund Künstlerpublikationen in Kooperation mit dem Zentrum für Künstlerpublikationen in der Weserburg Museum für moderne Kunst, der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, der Hochschule für Künste Bremen, der Universität Siegen und der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ (Universität Münster)
10:15 Uhr
Begrüßung
Anne Thurmann-Jajes (Zentrum für Künstlerpublikationen, Weserburg Museum für moderne Kunst, Bremen)
Einführung
Anne-Grit Becker (Universität Siegen)
10:30 Uhr
Session I: Alternative Kommunikationsräume
Die Dokumentationsbände der Gruppe Kollektive Aktionen: Vom Samizdat zum World Wide Web
Sabine Hänsgen (Bochum)
11:00 Uhr
Transgression und Subversion. Suche nach einer neuen Sprache in „Schaden“
Constanze Fritzsch (Kunsthistorisches Institut in Florenz – Max-Planck-Institut)
11:30 Uhr
Pause
11:50 Uhr
Session II: Information, Algorithmus, Kritik
Produktion, Information, Revision. Zu den (Dys-)Funktionen des Mediums Künstler*innenbuch in der US-amerikanischen Konzeptkunst um 1970 am Beispiel von Sol LeWitts „The Location of Eight Points“ (1974)
Michael Rottmann (Hochschule Düsseldorf)
12:20 Uhr
Alle Wege, kein Ziel: Zur Befragung algorithmischer Logik im Künstlerbuch „100 this-way-brouwn-problems for computer I.B.M. 360 model 95“ (1970) von stanley brouwn
Regine Ehleiter (Universität Witten/Herdecke)
12:50 Uhr
Transparency matters. „The Chocolate Master“ (1982) by Hans Haacke
Eleonora Minna (Kolleg-Forschungsgruppe/Universität Münster und eCampus University, Novedrate)
13:20 Uhr
Sichtung der ausgestellten Publikationen | Mittagspause
14:30 Uhr
Session III: Zwischen Institution und Unabhängigkeit. Zeitgenössische Künstler*innenpublikationen
Venice after Representation: Ignasi Aballí’s „Venecia“ and the Artist’s Publication as Critical Device
Francesca Valentini (École Supérieure des Arts de l’image LE 75, Brüssel)
15:00 Uhr
Artists as Independent Publishers (mit Preview)
Heike Kati Barath und Katrin von Maltzahn (Hochschule für Künste Bremen)
16:00 Uhr
Pause
16:20 Uhr
Keynote: Vom Objekt zur Intervention
Überschreibungen: Schrift und Stimme als Reartikulation bei Timm Ulrichs und Pipilotti Rist
Ursula Frohne (Kolleg-Forschungsgruppe/Universität Münster)
17:15 Uhr
Abschlussbemerkungen
Anne-Grit Becker (Universität Siegen)
17:30 Uhr
Ende